Nov/073
RSS mal anders (Oder: Ich bin am Ziel!)
Nach vielen, vielen Versuchen DEN RSS-Reader für mich zu finden, bin ich (glaube ich) endlich am Ziel. Meine Anforderungen sind vielleicht nicht gerade bescheiden, völlig unrealistisch sind sie aber auch nicht. Ich stelle mir also folgendes vor:
- Übersichtliche Strukturierung
- Ansehnliche GUI
- Synchronisation der Feeds
- Synchronisation der gelesenen/ungelesenen Einträge
- Kostenlos
- Open Source (nicht zwingend, aber gern gesehen)
- Platformunabhängigkeit
- Verlässlicher Datenschutz (Ich will volle Kontrolle über meine Daten)
- Kein Konfigurationsaufwand durch häufigen Wechsel von Netzen
Nichts überaus abwegiges, wie ich finde. Ein paar Punkte möchte ich ausführen, da ich sie bei den bisherigen Programmen, die ich genutzt habe, besonders vermisst habe.
- Synchronisation
- Wie oft kam es vor, dass ich zu Hause am Desktop-PC einen neuen Feed hinzugefügt habe und am nächsten Tag am Notebook etwas gesucht habe, was in dem Feed stand? Um die Listen Synchron zu halten, habe ich versucht das Defizit mit Datei-/Verzeichnis-Synchronisiserung auszugleichen, Fazit: viel zu viel Aufwand.
- Zu oft habe ich Abends noch schnell die Feeds am Desktop-PC gelesen und nächsten Morgen dann, auf die Gefahr hin, dass ich was interessantes überlese, am Notebook alle Feeds als gelesen markiert, oder eben alle ungelesenen Einträge nochmals überflogen.
- Platformunabhängig
Ich gehöre zu den Menschen, die verschiedene Betriebssysteme nutzen, da hilft mir ein Linux RSS Client, den ich unter Windows nutzen kann genau so wenig, wie ein Windows Client, den ich unter Linux nicht nutzen kann. Der Client muss also auf allen Betriebssystemen, die ich nutze gleichermaßen funktionieren. - Verlässlicher Datenschutz
Ja, man kann drüber streiten. Möchte ich alle meine abonierten Feeds bei Google oder anderen Online Dienstleistern ablegen? Ich möchte das nicht. Ich persönlich bin mir unsicher, was tatsächlich mit meinen Daten passiert und für welche Statistiken meine Daten herhalten müssen. Man kann sich streiten, wie geschützt solche Informationen sind, wenn sie durch den Reader ins Netz gepumpt werden – darum geht es mir aber nicht. Ich möchte nicht, dass Feeds, die mich interessieren in irgendwelchen Datenbanken mit meinem Namen in Verbindung gebracht werden können. - Konfigurationsaufwand
Gerade mit dem Notebook wechsle ich häufig die Netze, mal W-LAN, mal LAN, mal mit Proxy, mal ohne Proxy, … – gerade die Konfiguration des Proxyservers musste ich in den RSS Clients häufig anpassen, auf Dauer wird das lästig.
Nachdem ich einige “Offline”-Reader (Desktop Programme, oder auch Browser Erweiterungen) ausprobiert habe, habe ich mich mit der Vorstellung, dass es auch ordentliche webbasierte Reader geben muss, auf die Suche nach einer neuen Lösung gemacht.
Nach etwas suchen bin ich auf ausführliche Liste von Feed-Readern gestoßen. Ich wollte mich jetzt nicht auf die 1000 “Desktop aggregators” stürzen, lieber habe ich mir die Reader unter der Überschrift “Aggregators that require web server installation”
angschaut. Hängengeblieben bin ich dann bei Gregarius.
Aktuell befindet sich Gregarius in der Version 0.5.4. Hier ein Auszug aus der Feature-Liste:
- Completely web-based and runs on your web server
- Supports RDF, RSS, ATOM feeds
- Imports and exports OPML
- Simple, password-protected, web-based administration and configuration
- AJAX powered tagging of feeds and items
- Supports themes and plugins
- Search in your feeds
- Basic i18n support
- Committed to web standards: renders XHTML/CSS
- Gregarius is FREE software and is released under the GPL
Nachdem ich Gragarius auf meinen Server geladen, installiert und für den ersten Start konfiguriert habe, habe ich meine aktuelle Feedsammlung in eine OPML-Datei exportiert und ohne Probleme in Gregarius importiert. Lediglich die Ordner-Struktur musste ich nochmal anlegen und die Feeds wieder Ordnen, das war aber auch kein großer Akt.
Auf den ersten Blick war mir die Schrift der Feed-Liste zu groß und die breite der Liste etwas zu klein, der Kopf der Seite war mir etwas zu groß. Das ist aber alles kein Problem, denn dank übersichtlicher Templates und CSS-Dateien war die Anpassung des Designs kein Problem.
Besonders komfortabel finde ich die Übersichtsseite, auf der man alle ungelesenen Einträge aller Feeds anzeigen lassen kann, falls es mal keine ungelesenen Einträge gibt, können wahlweise die letzten x Einträge angezeigt werden.
Wie auch bei den meißten Desktop Clients kann man die Synchroisation der Feeds manuell anstoßen, die Feeds von Gregarius können aber auch automatisiert via Cronjob o.Ä. aktualisiert werden. Genauere Informationen gibt es im Gregarius Wiki. Ich verwende folgenden Cron-Eintrag:
0 */2 * * * cd /path/to/gregarius/ ; php5 -f update.php -- --silent
Damit werden alle Feeds im zwei Stunden Takt aktualisiert.
Nach zwei Wochen bin ich einfach begeistert von der aktuellen Lösung, dank HTTPS kann ich meine Feeds jederzeit ohne irgendwo etwas installieren zu müssen an beliebigen PCs, die mit dem Internet verbunden sind, mit einem Browser abrufen. Selbst mit geringen Bandbreiten, wie z.B. via GPRS, ist die Bedienung von Gregarius erträglich.
Noch habe ich sicher nicht alle Features von Gregarius ergründet. Ich kann aber schonmal soviel sagen: Hut ab, ein schönes Stück Software!








00:52 on November 21st, 2007
Hi Lars,
danke für den Tip!
Zur Zeit verwende ich netvibes, weil ich ja -nicht wie du- keine persönlichen Daten in den Feeds habe (nur RSS von heise&co + blogs) – da ist die Privatsphäre nicht so sehr gefährdet.
Aber sollte ich Dinge wie “neue Mails im Postfach” usw. benötigen, werde ich mir das Projekt nochmal zu Gemüte führen (müssen)…
22:26 on March 1st, 2008
Hm, so ein paar Macken hat Gregarius ja bei mir. Ich kann z.B. die Feeds nicht nach Tagen bereinigen, aber für den einfachen Überblick ist das Teil schon sehr gut. Ich habe meine Variante mal mit meinem Namen verlinkt.
RSS Reader: Ich verwende BlogBridge. Das Ding ist in Java und läuft einwandfrei. BB gibt es mit Sync-Service und ohne die so genannten ‘SmartFeeds’ kann ich nicht mehr leben.